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Die Präzision der Arznei

EUDRAGIT®

Bis in die 1950er Jahre litten alle oral verabreichten Arzneimittel, auch die modernsten, unter einem wesentlichen Nachteil: die Freisetzung der Wirkstoffe, Ort und Zeitpunkt, konnten nicht präzise gesteuert werden. Mit der Entwicklung von EUDRAGIT® durch die Röhm & Haas GmbH in Darmstadt wurde dieser Nachteil überwunden. Als 1953 die ersten Arzneimittel mit EUDRAGIT® Umhüllung auf den Markt kamen, war dies der Beginn eines neuen Kapitels in der Geschichte der modernen Arznei.

EUDRAGIT® sind Spezialpolymere mit unterschiedlicher Löslichkeit. Diese Eigenschaft machte sich die Röhm-Forschung zu Nutze. Die ersten, 1953 entwickelten Überzugsmittel für Arzneien waren alkalilöslich und daher magensaftresistent. Als Folge werden die Wirkstoffe nicht im Magen, sondern erst im Darm freigesetzt, also dort, wo sie wirken sollen. EUDRAGIT® Varianten dieser Art werden heute auf alle gängigen festen oralen Arzneiformen, wie Tabletten, Kapseln oder Granulate als Überzug aufgetragen. Als erste Weiterentwicklung von EUDRAGIT® kam Ende der 1950er Jahre ein magensaftlöslicher Dragierlack auf den Markt. Inzwischen stehen weitere EUDRAGIT® Varianten zur Verfügung, die eine Abgabe der Wirkstoffe auch zeitlich steuern können.

Diese sogenannten Retard-Präparate sind magensaftresistent und wirken kontinuierlich in allen Abschnitten des Verdauungstraktes, was die Effizienz bestimmter Therapien und Anwendungen deutlich erhöht.

Forschung und Fertigung von EUDRAGIT® gehören heute zum Degussa Unternehmensbereich Specialty Acrylics. Produziert wird an den Degussa Standorten in Darmstadt und Weiterstadt.

 

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