Die Firmenzeichen von der Firma Stockhausen
Entwicklung zum Firmenzeichen
Die Familie Stockhausen unterhielt sehr lange zwei oder mehrere Firmen für ihre Chemie-Aktivitäten. Die Krefelder Seifenfabrik Stockhausen & Traiser KG wurde am 1.11.1881 an der Fischelner Landstraße gegründet; ihr Firmengrundstück wurde 1960 verkauft, nachdem sie ihren Betrieb eingestellt hatte. Dieses Stammhaus hat kein Firmenzeichen verwendet.
Am 1.12.1912 wurde ihr Zweigwerk am Bäkerpfad unter der Firma Chemische Fabrik Stockhausen & Cie. verselbständigt, die heutige Stockhausen GmbH. Sie hat 1924 zwei Firmenzeichen eingeführt: eine Weltkugel und eine Sechseck, jeweils mit der Umschrift: Chemische Fabrik Stockhausen & Cie.
Drei "T" für Stockhausen
Anfang 1928 kam ein neues Zeichen dazu: „Drei T“, eine schwarz Graphik. Genauer gesagt handelte es sich um ein T mit drei unterschiedlich langen Querbalken. Der oberste Balken ist am längsten, der mittlere kürzer, der unterste ganz kurz. Dieses Trippel-T nimmt Bezug auf drei Produkte für die Textilindustrie, die noch von Traiser & Stockhausen entwickelt worden waren, später aber von der Chemischen Fabrik Stockhausen & Cie. übernommen wurden. Sie wurden unter den Handelsnamen „Terpinopol“ (als Warenzeichen eingetragen am 3.10.1907), „Tetrapol“ (eingetragen am 5.2.1909) und „Tetralix“ (eingetragen am 15.5.1911) vertrieben. Von besonderer Bedeutung ist Tetrapol, ein Fettlöser. Lange war das Reinigen und Entfetten in wässriger Lösung ein ungelöstes Problem. |
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| Das Firmenzeichen von 1928. | |
Dem Firmengründer Julius Stockhausen gelang hier der Durchbruch. Er entwickelte ein „Verfahren, um Tetrachlorkohlenstoff mit Wasser mischbar zu machen“, das am 20.3.1904 patentiert wurde. Nach diesem Verfahren wurde Tetrapol hergestellt, das erste Detachiermittel (Fleckentfernung), das den Ansprüchen der Praxis voll gerecht wurde. Es hatte für die Firma eine solche Bedeutung, dass man diesen Handelsnamen auch als Telegrammadresse verwendete. Diese ältere Fassung des Trippel-T war bis 1968 als Warenzeichen geschützt.
Ein Siegel für Stockhausen
Im Mai 1933 wurde ein weiteres Firmenzeichen eingeführt: „Drei T im Kreise“, eine Art Siegel. Es ist dreifarbig: blau, gelb und weiß, wurde aber auch in schwarz-weiß verwendet. Dabei tritt ein weißes Trippel-T deutlich aus einer blauen Fläche hervor, einem auf der Spitze stehenden Dreieck. Letzteres ist von zwei konzentrischen Ringen umgeben, einem schmalen in weiß und einem breiteren blauen Ring der eine Umschrift trägt. Die drei Flächen zwischen dem blauen Dreieck und dem weißen Ring zeigen auf gelbem Hintergrund blaue Graphiken. In den beiden unteren Kreis-Segmenten befindet sich je ein stilisierter Ölzweig, der aus der unteren Dreiecksspitze herauswächst. Über dem obersten Querbalken des Trippel-T breitet eine stilisierte Eule ihre Schwingen aus. Die Umschrift (weiß auf oder blau) lautet: „CHEMISCHE FABRIK STOCKHAUSEN u. CIE KREFELD“. Unter der Spitze von Dreieck und Zeichen steht (blau auf weiß) „EDELPRODUKTE“. |
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| Das Firmenzeichen von 1934. | |
Produktbezogen
Die beiden Ölzweige in dem siegelartigen Firmen-Zeichen nehmen Bezug auf das Olivenöl, das bei der Herstellung gewisser Qualitätsseifen eine herausragende Rolle spielt. Die „weise“ Eule schwebt über der durch das Stockhausen-Zeichen repräsentierten Firma und beschützt sie. Sie spielt wohl auch auf die dort herrschende Klugheit an, ursprünglich wohl vor allem auf Julius Stockhausen, ohne dessen herausragende Erfindungen die Familien-Unternehmungen sicher nicht so rasch reüssiert wären. Dieses Zeichen war bis 1963 rechtlich geschützt.
Trippel-T bekommt Zuwachs
Im Herbst 1948 wurden eine Variante des ursprüngliche Trippel-T eingeführt: „drei T mit gleichlangen Querbalken“. Die Haste ist verkürzt. Dazu kommt eine kreisförmige Umschrift, oben „CHEMISCHE FABRIK“, unten „STOCKHAUSEN u. CIE.“ Es wurde zunächst in schwarz, dann in rot gebraucht; die Umschrift konnte durch einen dünnen Kreis ersetzt werden. Ende 1958 wurde die bis heute gültige Fassung des Stockhausen-Zeichens eingeführt, nunmehr ohne Umschrift. Es erlangte weltweiten Schutz als Warenzeichen und ist heute noch als Marke geschützt.
Zunächst, mindestens bis 1953, wurden das siegelförmige Zeichen und die jüngere Fassung des Trippel-T nebeneinander verwendet. Später kam das Siegel außer Gebrauch. Bei einem infolge der deutschen Teilung abgespaltenen Tochterunternehmen, der Firma Chemische Fabrik Stockhausen KG in Verwaltung des Kreises Karl-Marx-Stadt, Limbach-Oberdrohna und Velten bei Berlin (spätere DDR) wurde es weiter verwendet. Dort war allerdings das Trippel-T durch die Buchstaben „STV“ ersetzt.
Warenzeichen als Markenzeichen
Als die die Chemische Fabrik Stockhausen GmbH in den Hüls-Konzerns eingegliedert worden war, wechselte die Farbe jüngeren Trippel-T von rot auf blau. Gleichzeitig wurde für PC-generierte Dokumente eine eigene Stockhausen-Schrift eingeführt, für das Firmenzeichen und den Namenszug. |
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| Das Firmenzeichen von 1988. | |
Im Degussa-Hüls-Konzern wurde an deren Stelle eine andere Stockhausen-Schrift eingeführt, nun auch für den Hinweis auf die Konzern-Zugehörigkeit. Das Stockhausen-Zeichen wird seit der Eingliederung der Firma in die neue Degussa, im Februar 2001, nicht mehr verwendet. Die drei Warenzeichen, auf die das Trippel-T Bezug nimmt, werden weiterhin aufrechterhalten, nunmehr als Marken.