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Der Universalchemiker

Adolph Frank

 Chemiker und Unternehmer

Miterfinder der Kalkstickstoffsythese und einer der Gründer der Cyanidgesellschaft mbH, aus deren Tochter Bayerische Stickstoffwerke AG 1939 die SKW Trostberg AG hervorging.

* 1834, Kloetze
† 1916, Berlin


Nachdem er mit einer Apothekerlehre begonnen hatte, ging der aus einer Kaufmannsfamilie stammende Adolph Frank 1854 nach Berlin, um Chemie und Technologie zu studieren. Nach der Staatsexamens-prüfung zum Apotheker 1857 promovierte Frank 1861 in Göttingen. Zwischenzeitlich war er bereits bei der Staßfurter Rübenzuckerfabrik Bennecke, Hecher & Co. tätig gewesen und hatte 1858 seine erstes von zahlreichen Patenten eingereicht. Seit dieser Zeit beschäftigte sich Frank mit der künstlichen Düngung, insbesondere mit der Verwendung von Kalisalzen in der Landwirtschaft. Ab 1867 leitete er eine Charlottenburger Glashütte, blieb jedoch Zeit seines Lebens der Entwicklung der Kaliindustrie in Deutschland verpflichtet. So untersuchte er beispielsweise die Gewinnung von natürlichen Brunnensalzen.

Nachdem Frank 1885 seine Tätigkeit in der Glasindustrie aufgegeben hatte, war er vorwiegend in der Acetylenindustrie tätig. Seine verstärkte Beschäftigung mit Calciumcarbid führte 1895 in Zusammen-arbeit mit Nikodem Caro zum Frank-Caro-Patent, das sich mit der Bindung des Stickstoffes der Luft an die Carbide der Erdalkalien befasste. Die auf diesem Patent beruhenden Verfahren bildeten die Grundlage der Kalkstickstoffdünger-Industrie. Zusammen mit Nikodem Caro, Dr. F. Rothe, der Deutschen Bank, Siemens & Halske sowie der Deutschen Gold- und Silber-Scheideanstalt vormals Roessler, Frankfurt, gründete Frank 1899 die Cyanidgesellschaft mbH. Sie war die spätere Eignerin der Bayerischen Stickstoffwerke AG (BStW) in Trostberg, aus der 1939 die Süddeutschen Kalkstickstoff-Werke AG, kurz SKW, hervorgingen.

Adolph Frank, den man in vielfacher Hinsicht als Universal-wissenschaftler bezeichnen könnte, arbeitete auch mit Carl von Linde an Verfahren zur Gewinnung von Wasserstoff für die Luftschifffahrt, an der Schwefelsäuregewinnung und an der Ammoniakherstellung.

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